Wer wir sind

Die Kunsthalle Bielefeld ist ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst. Seit ihrer Eröffnung 1968 nach Plänen des US-amerikanischen Architekten Philip Johnson (1906–2005) präsentiert sie Sammlungs- und Wechselausstellungen der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Zwischen historischer Altstadt und Teutoburger Wald gelegen, ist das Museum ein Wahrzeichen Bielefelds und genießt internationalen Ruf.

Die Sammlung reicht von der klassischen Moderne bis in die Gegenwart, mit Schwerpunkten im deutschen Expressionismus, Werken der konstruktivistischen Strömung und des Bauhauses der 1920er- und 1930er-Jahre, einem Bestand von Sonia und Robert Delaunay, US-amerikanischer und deutscher Kunst der 1970er- und 1980er-Jahre sowie ausgewählten jungen zeitgenössischen Positionen. Historische wie zeitgenössische Positionen werden in immer neuen Dialogen präsentiert und über analoge wie digitale Angebote für Besucher*innen erlebbar gemacht.

Mit wechselnden Ausstellungen sowie einem vielfältigen Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm schafft die Kunsthalle Bielefeld offene Räume für Dialoge und Begegnungen zwischen Kunst, Alltag, Publikum und Wissenschaft.

Mission
Mit der Kunst die Welt befragen.

Vision
Wir legen neue Impulse für das eigene Handeln frei und tragen zu einer offenen Gesellschaft bei. Dabei leitet uns die Kunst mit ihrem Potential an, Fragen aufzuwerfen und uns in unserem Denken und Empfinden zu inspirieren, zu verändern oder zu berühren.

In stetigem Wandel: Bewahren durch Bewegung

Unsere Sammlung spiegelt verbindende und trennende Weltansichten, Debatten oder Werte unserer Gesellschaft. Sie bildet somit einen wichtigen Teil unseres kulturellen bildnerischen Gedächtnisses. Das gilt es zu bewahren. Gleichzeitig befindet sich unsere Gesellschaft im stetigen Wandel. Das betrifft auch ihre Werte und ihren Blick auf das eigene Erbe. Die Fragen nach Identität respektive Integration spielen dabei eine entscheidende Rolle. Unser dialogisches Ausstellungskonzept setzt Werke der Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert miteinander in immer wechselnde Beziehung und Bewegung. Wir begreifen und vermitteln sowohl Kunstwerke als auch das Museum selbst als lebendige und stets in Veränderung befindliche Verhandlungsräume.

Unsere wissenschaftliche Arbeit ist von Neugierde und lustvoll gestellten Fragen bestimmt, die unterschiedliche Antworten erlauben. Sowohl die kritische Reflexion des historischen Kanons der Kunstgeschichte als auch die Provenienzforschung sind uns ein Anliegen. Insofern ist es uns wichtig, auch die Prozesse der Institution sichtbar zu machen. Auf diese Weise wird die Institution Museum zu einem dynamischen Laboratorium, das Fragen aufwirft, Thesen und gängige Erzählungen prüft und das Wertegefüge unserer Gesellschaft, aber auch sich selbst als Ergebnis von Prozessen sichtbar macht.

Im Dialog: Geschichte, Gegenwart, Zukunft

In der Kunsthalle Bielefeld stehen Geschichte und Gegenwart in Dialog miteinander. In Wechselausstellungen stellen wir nicht nur exemplarische künstlerische Positionen und damit stets wechselnde aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen vor, sondern die darin verhandelten Ideen und Fragen inspirieren, die eigene Sammlung mit einem neuen Blick zu sehen und in einer jeweils neuen Zusammenstellung Raum zu geben. Wir machen Zusammenhänge zwischen Werken von der klassischen Moderne bis in die Gegenwart sichtbar und zeigen Kunst als Ort der kritischen Infragestellung von Weltansichten. Das ist der Kompass für unser eigenes Handeln, mit dessen Hilfe wir die kritischen, innovativen oder experimentellen Ansätze, die in der Kunst angelegt sind, in die Gesellschaft hineintragen und auch Blicke in die Zukunft werfen.

Museum als Laboratorium

Wie Kunst wahrgenommen wird, ist Teil eines Prozesses. Werke und Ausstellungen fassen wir als Versuchsanordnungen auf, die weniger Wahrheiten konstatieren als Möglichkeitsräume eröffnen. Durch Neuzugänge mit einem Schwerpunkt auf bislang unterrepräsentierte Positionen, insbesondere weibliche, verändert sich unsere Sammlung, das ermöglicht es, unsere Geschichte und unsere Werte vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Fragestellungen neu zu sichten und zu diskutieren. Über Dialoge in der Kunst möchten wir in einen Dialog mit Menschen treten, durch den sowohl sie als auch das Museum sich fortlaufend weiterentwickeln. Nicht zuletzt, um unseren Teil dazu beizutragen, im Sinne nachfolgender Generationen nachhaltig zu handeln.

Unsere Gesellschaft wird vielfältiger. Museen müssen daher zu Orten werden, die für möglichst viele Menschen Relevanz behalten oder neu bekommen. Wir möchten zu einem „Dritten Ort“ werden, einem Raum, der selbstbestimmte, unverbindliche und niedrigschwellige Begegnung mit Kunst anbietet. Die Ausgestaltung des Museums als „Dritten Ort“ realisieren wir in partizipatorischen Prozessen. Neben traditionell der Kunsthalle verbundenen Menschen werden dabei auch bislang wenig erreichte Gruppen der Stadtbevölkerung beteiligt.

Ankerpunkt für Viele

Die Welt verändert sich. Themen wie Nachhaltigkeit, religiöse und kulturelle Vielfalt, Teilhabe, Antidiskriminierung und Geschlechtergerechtigkeit fordern unser Engagement. Denn Museen sind Teil dieser Veränderungen und gestalten sie aktiv mit. Als Ort zwischenmenschlicher Begegnungen und kultureller Bildung tragen sie zu lokalen und globalen Gemeinschaften bei. Wir sehen es als unsere Aufgabe, unterschiedliche Perspektiven aufzuzeigen und dadurch einen wichtigen Beitrag zu den gesellschaftlichen Debatten zu leisten, die die Zivilgesellschaft und demokratische Kräfte fördern. Unser Ziel ist die Stärkung einer engagierten Stadtgesellschaft und einer offenen Gesellschaft.

Um diesen Aufgaben zu begegnen, fassen wir Bildung und Vermittlung als grundlegend für unsere Arbeit auf. Wir suchen mit möglichst vielen und diversen Menschen aller Alters- und Bildungsgruppen den Dialog auf Augenhöhe und sind regional, national und international ausgerichtet. In der Kunsthalle Bielefeld sprechen viele Stimmen, sowohl im Team als auch in den präsentierten künstlerischen Positionen. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit der Vielstimmigkeit, die auch Widersprüche zutage fördert und Debatte und Diskussion anregt, demokratische Prozesse und die Zivilgesellschaft stärken.

Nachhaltig handeln

In einer Welt, die mit einer globalen Klimakrise konfrontiert ist, setzen wir unser eigenes Handeln immer wieder auf den Prüfstand und entwickeln kontinuierlich Maßnahmen zur Reduktion unseres Ressourcenverbrauchs und Steigerung unseres positiven Einflusses. Indem wir das Thema in unsere Programme und den Museumsalltag aufnehmen, tragen wir zum öffentlichen Diskurs über Umwelt, Nachhaltigkeit und Klima bei.

Der Einsatz für ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit entspricht unserer ganzheitlichen Haltung. Als Gedächtnisinstitution ist es Teil unserer Identität, Kunst für ein Morgen zu bewahren, um auch in Zukunft ein Museum für Viele zu sein.