Duane Linklater. mâcistan

Eine Gerüstkonstruktion in einem Ausstellungsraum. Am Gerüst hängen zwei große farbige Netze, darauf mehrere Gemälde. Innen wohl Möbel.
Duane Linklater. mâcistan. Installationsansicht Kunsthalle Bielefeld. Foto: Philipp Ottendörfer

Wenn im Frühjahr das Eis aufbricht, gerät der Fluss wieder in Bewegung. Schollen lösen sich, treiben auseinander und schaffen Raum für Neues. „mâcistan“ bezeichnet genau diesen Moment des Übergangs – einen Zustand des Wandels und der Neuordnung. Das Wort kommt aus der Sprache der Mushkego Inniniw, einer Indigenen Gemeinschaft im Gebiet des Vertrags Nr. 9 (Nordontario, Kanada). Unter diesem Titel entwickelt der kanadische Künstler Duane Linklater (*1976) seine erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland in der Kunsthalle Bielefeld.

Sammeln, Fürsorge und Verantwortung

Ausgangspunkt der Ausstellung ist das Konzept des „Cache“, eines Horts. In Indigenen Kulturen Kanadas ist das ein vorläufiger Ort zur Aufbewahrung und Weitergabe von Gegenständen, Wissen und Erinnerungen. Linklater überträgt dieses Prinzip in eine offene Struktur aus Baugerüsten. In diese Cache-Konstruktionen integriert er Gemälde, Skulpturen, gefundene Objekte, Möbelstücke und persönliche Dinge. Die einzelnen Elemente werden in den Caches präsentiert und zugleich gelagert – als warteten sie auf eine zukünftige Bedeutung.So entsteht eine Präsentation, die zugleich Archiv und künstlerische Installation ist. Persönliche und familiäre Objekte treffen auf Materialien, Bilder und Referenzen zur Geschichte und Gegenwart Indigener Kulturen im heutigen Kanada. Dort ringen Indigene Gemeinschaften bis heute um die Bedeutung ihrer Objekte und die Rechte an ihnen. Es geht um Fragen von Besitz, kultureller Zugehörigkeit und Deutungshoheit. Linklater stellt diese Fragen auch uns: Was bewahren wir? Was geben wir weiter? Und wer entscheidet das?

Gemeinsam mit Duane Linklater haben wir Werke aus unserer Sammlung um die Arbeiten des Künstlers arrangiert. Hierbei wurden Arbeiten ausgewählt, in denen florale Motive mehr sind als dekorative Elemente. Welche Bedeutung tragen sie und worauf verweisen sie? Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Ausstellungsseite „Blumen überall. Blick in die Sammlung #12“.

 

Die Ausstellung wird gemeinsam mit dem Künstler, der Secession, Wien, und der Galerie Rudolfinum, Prag, konzipiert und für die Kunsthalle Bielefeld in einer eigens entwickelten Form präsentiert.

Ganz links ein schwarzer Kreis mit einem schwarzen umgekehrten Dreieck darin. In dessen Mitte ein weißes, aufrechtes Dreieck liegt. Nach rechts folgt ein schwarzer serifenloser Schriftzug des Galerienamens.
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Schwarz-weiß Logo, linksbündig erst das Logo der Sparkasse, ein dickes S mit einem Punkt oben drüber. Rechts daneben in sans serif geschrieben: Stiftung der Sparkasse Bielfeld.

Gallerie

Eine Struktur aus Baugerüstteilen mit zwei Treppen, zwei unteren Holzböden und einem Holzboden oben als Verbindung der Treppen. Daran befestigt mehrere Kleidungsstücke. Oben ein teilweise bemalter Stuhl. Unten ein teilweise demontierter, orange angesprayter Schrank. Eine Zeichnung, ein kleines Gemälde, ein großer Steinblock.
Duane Linklater. mâcistan. Installationsansicht Kunsthalle Bielefeld. Foto: Philipp Ottendörfer
Auf einem Holzboden aus groben Dielen liegt ein Stein, etwa so groß wie ein großer Blumenkohl. Dahinter hängt an einer senkrechten Stahlstange eine Jacke in Blau mit ausgebleichten Stellen. Daran eine transparente Folie.
Duane Linklater. mâcistan. Installationsansicht Kunsthalle Bielefeld. Foto: Philipp Ottendörfer
Ein aus Lehm geformter Kranich, raumhoch, bilckt aus dem deckenhohfen Fenster in einem Museumssaal.
Duane Linklater. mâcistan. Installationsansicht Kunsthalle Bielefeld. Foto: Philipp Ottendörfer
Blick in zwei Ausstellungsräume. Rechts an der Wand ein abstraktes Bild mit einer Familienszene (Vater, Mutter und Baby), links im Raum eine große Gerüststruktur, behängt mit Gemälden und grünem transparentem Stoff.
Duane Linklater. mâcistan und Blick in die Sammlung Nr. 12: Blumen überall. Installationsansicht Kunsthalle Bielefeld. Foto: Philipp Ottendörfer
Ein Babyschuh aus hellem Leder auf einer schräg an der Wand montierten Halterung, bestickt mit Perlen, die Blattformen und stilisierte Schneeflocken bilden.
Duane Linklater. mâcistan. Installationsansicht Kunsthalle Bielefeld. Foto: Philipp Ottendörfer
Eine Gerüstkonstruktion in einem Ausstellungsraum. Am Gerüst hängen ein großes Gemälde in Rot und Pink auf einem weißen Stoff. Innen sind Möbel und Basketbälle zu erkennen. Oben zwei Trommeln.
Duane Linklater. mâcistan. Installationsansicht Kunsthalle Bielefeld. Foto: Philipp Ottendörfer
Eine Gerüstkonstruktion in einem Ausstellungsraum. Am Gerüst hängen zwei große farbige Netze, darauf mehrere Gemälde. Innen wohl Möbel.
Duane Linklater. mâcistan. Installationsansicht Kunsthalle Bielefeld. Foto: Philipp Ottendörfer
Detail einer Struktur aus Baugerüstteilen: Eine Stahltreppe mit einem kleinen Gemälde in Rot- und Orangetönen. Es sieht sehr gekrickelt aus, ein Gegenstand ist nicht erkennbar.
Duane Linklater. mâcistan. Installationsansicht Kunsthalle Bielefeld. Foto: Philipp Ottendörfer
Eine Struktur aus Baugerüstteilen in einem Museumsraum, symmetrisch: Links und rechts Holzböden, dann zur Mitte je eine Stahltreppe, mittig auf gut 2 Metern Höhe ein Holzboden, darauf ein Stuhl und ein angelehntes Gemälde im Hochformat. Am gesamten Gerüst sind mehrere Kleidungsstücke verteilt: Eine Baseball Cap, ein Anzug, zwei Jacken.
Duane Linklater. mâcistan. Installationsansicht Kunsthalle Bielefeld. Foto: Philipp Ottendörfer
Detail einer gerüstartigen Struktur. Daran befestigt Stoffe und eine Zeichnung. Ins Auge fällt ein gelbes Fußballtrikot mit einer grünen 10, darüber der Schriftzug DUANE.
Duane Linklater. mâcistan. Installationsansicht Kunsthalle Bielefeld. Foto: Philipp Ottendörfer
Eine Struktur aus Baugerüstteilen auf Rollen. Der obere Teil ist weiß verhüllt. An der Struktur sind vertikal befestigt: Ein Teppich mit abstraktem Muster, ein blauer Stoff, eine Holzplatte, darauf eine Zeichnung und ein oranger Strefen Sprühfarbe, ein Kupferblech. Ganz oben eine Baseballjacke, darauf eine Zeichnung mit roten Blitzen.
Duane Linklater. mâcistan. Installationsansicht Kunsthalle Bielefeld. Foto: Philipp Ottendörfer
Direkt an einer Wand liegen auf dem Boden 9 Stücke von Bohrkernen aus Stein. Rechts daneben eine fast quadratische Anordnung von Holzwürfeln, die etwa 20 x 20 cm groß sind. Teilweise ist Sprühfarbe darauf zu sehen.
Duane Linklater. mâcistan. Installationsansicht Kunsthalle Bielefeld. Foto: Philipp Ottendörfer
Eine Struktur auf Baugerüstteilen in einem Museumsraum. Blick auf die schmale Seite: Unten ein Holzpodest mit kleiner oranger Skulptur, links hängt ein Sakko mit Plastikschutz, teilweise orange besprüht. Dahinter eine Stahltreooe, oben ein Holzplateau. Darauf ein Stuhl. Ganz oben ein weiteres Plateau, darauf liegt am Rand vermutlich ein Kleidungsstück.
Duane Linklater. mâcistan. Installationsansicht Kunsthalle Bielefeld. Foto: Philipp Ottendörfer
Auf einem Holzboden eine kleine spiralförmige Struktur mit einer Art Leiter darin. Grundmaterial weiß, eine Seite leicht orange angesprüht.
Duane Linklater. mâcistan. Installationsansicht Kunsthalle Bielefeld. Foto: Philipp Ottendörfer
Detailaufnahme eines Baugerüsts in einem Museumsraum: Eine Stahltreppe führt zu einem Holzplateau. Auf der Treppe und unter dem Plateau ein kleines und ein großes Gemälde mit Orange und Violett. Das große mit einer Zeichnung: Ein Fantasiewesen mit menschlichen Proportionen, aber einem Echsenkopf und einem Flügel.
Duane Linklater. mâcistan. Installationsansicht Kunsthalle Bielefeld. Foto: Philipp Ottendörfer